Internationaler MINT-Begabten-Austausch
Durch den Kooperationsvertrag mit der Korea Science Academy (KSA) of KAIST wurde ein internationaler Schüleraustausch für MINT-begabte Schüler ins Leben gerufen. Die KSA of KAIST ist eine Highschool mit angeschlossener Universität, an der ausschließlich MINT-begabte Schüler unterrichtet werden.
Der Schüleraustausch hat das Ziel, MINT-Talenten Einblicke in die MINT-Begabtenförderung des jeweiligen Landes zu gewähren. Am Schüleraustausch nehmen zehn koreanische Schüler und zehn MINT-EC-SchülerInnen teil, die jeweils zwei Wochen im Gastland verbringen. Vor Ort kümmern sich „Buddys“ um die Austauschschüler. 

1. Koreaner besuchen MINT-(EC-)Einrichtungen bundesweit  
Vom 26. Juni bis 10. Juli 2011 besuchten besuchten die koreanischen MINT-Talente verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in Berlin und Potsdam, unter anderem das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam, das Science Center Medizintechnik der Otto Bock Stiftung sowie das Forschungszentrum Matheon und das 3D-Labor der Technischen Universität Berlin. In Leipzig am Wilhelm-Ostwald-Gymnasium für Hochbegabte trafen die koreanischen Schüler ihre deutschen  „Buddys“ – Schüler von ausgewählten MINT-EC-Schulen. Von Leipzig ging es in den folgenden Tagen in alle Teile Deutschlands, um die jeweiligen MINT-EC-Schulen zu besuchen. Auf dem Programm standen der Besuch des Schulunterrichts und universitärer Einrichtungen, Ausflüge und Freizeitgestaltung. Zum Abschluss gab es eine gemeinsame Reise nach Hamburg zur Technischen Universität Hamburg-Harburg, wo die Schüler Experimente zum Thema Luftfahrt durchführen.



2. MINT-EC-Schüler besuchen die KSA of KAIST
Vom 1. bis 14. April 2012 reisten sieben MINT-EC-Schüler sowie zwei begleitende MINT-EC-Lehrer nach Südkorea, Busan. In einem zweiwöchigen Programm lernen sie die Spitzeneinrichtung KSA of KAIST kennen und absolvieren ein vierzehntägiges Programm. Die Besucher erhielten einen umfassenden Einblick in die Bräuche und Gewohnheiten der koreanischen Kultur und in den Schüler- und Studienalltag an der KSA.

Reiseberichte einer Schülerin und einer Lehrerin

Auszug aus dem Reisetagebuch der MINT-EC-Schüler   
Wir waren wohl alle etwas aufgeregt, als wir uns am Nachmittag auf dem Frankfurter Flughafen trafen, um unseren Schüleraustausch nach Südkorea anzutreten. Wir, das sind: Frau Tonndorf, Rebecca Strotmann und Richard Ixmeier von der Landesschule Pforta Schulpforte, Herr Meyers, Friederike Gärtner und Michael Erben vom Gymnasium Haus Overbach Jülich, Annemarie Bunar vom Max-Steenbeck-Gymnasium Cottbus sowie Dorothee Henke und Paula Hähndel vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle.
Nach dem Check-In und den Sicherheitskontrollen stiegen wir in den Flieger. Während mancher sich vielleicht noch fragte, wie so eine große Maschine fliegen kann, machten wir es uns bequem und ließen den zehnstündigen Flug über uns ergehen. Doch es gab genug Beschäftigung: neben Essen und Schlafen hatte man die Möglichkeit, auf dem kleinen Bildschirm am vorderen Sitz einen Film zu schauen, Musik zu hören oder etwas zu spielen. In Seoul stiegen wir in ein kleineres Flugzeug um, das uns innerhalb von einer Stunde nach Busan brachte. Dort wurden wir schon von unseren Buddys erwartet, mit denen wir dann im schuleigenen Bus zur Korea Science Academy (KSA) of KAIST fuhren. Anschließend gab es unser erstes offizielles koreanisches Essen, bei dem eine rege Unterhaltung über die Eigenheiten über die Deutschen bzw. die Koreaner und natürlich über das Essen selbst zustande kam. Dieses setzte sich aus paniertem Fleisch, Reis, Suppe und einigen Gemüsebeilagen zusammen. Zum Nachtisch verspeisten wir noch interessante, bunte Süßigkeiten aus Reis, die aber nicht jedermanns Sache waren. 

 
 Vollständiges Reisetagebuch

Bericht von Silke Tonndorf,
Lehrerin an der MINT-EC-Schule Landesschule Pforta

In der ersten Woche unseres Aufenthalts besuchte auch eine Gruppe der Northside College Preparatory High School die KSA. Wir tauschten mit den amerikanischen Schülern und Lehrern Erfahrungen bezüglich des Schulsystems aus und hatten viel Spaß bei den gemeinsamen Unternehmungen.
Die von Frau Yeonmee Choo und Frau Soyeon Lee organisierten Exkursionen waren super! Überall wurden wir bereits erwartet und haben viel Neues gelernt. Vertreter der Diamant Sutra Rezitationsgruppe stellten uns in einem sehr interessanten Vortrag Korea aus geschichtlicher, kultureller und wirtschaftlicher Sicht vor, kleideten uns in typische Trachten und boten typische Speisen und Getränke zum Verkosten an. Diese Veranstaltung war für das Verständnis des Korean Spirit sehr hilfreich. Auch besichtigten wir mehrere interessante und sehr gut restaurierte Tempel und Paläste sowie verschiedene Museen. Im Gimhae Hanok Theme Park bastelten wir traditionelle Ketten und Wandschmuck und im Museum von Busan nahmen wir an einer traditionellen Teezeremonie teil. Dies war alles sehr beeindruckend und bleibt unvergessen.
In den Ablauf des schulischen Alltags an der KSA hatten wir nur einen eingeschränkten Einblick, da sich die koreanischen Schüler mitten in den Prüfungen befanden und teils bis 2 Uhr nachts für die Klausuren lernen. Die technische Ausstattung der Schule ist überwältigend. Alle Unterrichtsräume sind mit Laptop, interaktiver Tafel und Beamer ausgerüstet. Die Schule hat eine sehr gut ausgestattete Bibliothek, welche die Schüler von 9 bis 21 Uhr nutzen können. Auch die technische Ausstattung der Praktikumsräume befindet sich auf dem neuesten Stand und deutlich über dem Niveau unserer Schulen. Die Schule verfügt für jedes Fach  über Fachräume und  separate Experimentalräume sowie ein extra Gebäude für die Forschungsarbeit mit Laborplätzen, Elektronenmikroskop und Sternwarte. Die Unterrichtsinhalte sind auf sehr hohem Niveau und gehen sehr in die Tiefe. Die Schüler können ihre Kurse frei wählen und sich sehr spezialisieren. Unterrichten dürfen nur Personen mit Doktortitel. Die Lehrer unterrichten nur das Fach, in dem sie habilitiert haben. Für die Betreuung der Schüler im Experimentalpraktikum genügt ein Master. Die Schüler bringen eine hohe Motivation in den Unterricht mit, so dass der Lehrer gleich mit dem Thema beginnt. Der Unterricht wird in englischer Sprache abgehalten.  Vollständiger Reisebericht